Indien – Touristen füttern Ureinwohner mit Bananen !!

Täglich rollt eine Autokolonne über die Andaman Trunk Road in Indien – trotz eines zehn Jahre alten Verbots. Schaulustige werfen Obst und Kekse aus den Wagen, um Ureinwohner vor die Kameras zu locken.
 
Die Andaman Trunk Road in Indien
 

Trotz eines Verbots werden auf dem abgelegenen indischen Andamanen-Archipel nach wie vor Menschen-Safaris veranstaltet. Auf der Andaman Trunk Road würden Touristen Bananen und Kekse aus dem Auto werfen, um damit die Ureinwohner vom Volk der Jarawa aus dem Busch zu locken und anschließend zu fotografieren, kritisiert die Organisation Survival, die sich dem Schutz von Naturvölkern angenommen hat.

Laut Survival ist es nun genau zehn Jahre her, dass die Behörden vom Obersten Gericht Indiens aufgefordert wurden, die Straße zu schließen, was jedoch bis heute nicht geschehen sei. Die Andaman Trunk Road führt quer durch das Gebiet der Ureinwohner und wird auf internationaler Ebene stark kritisiert, weil sie die Ausbeutung des indigenen Volkes ermöglicht.

Rund 250 Autos sollen trotz des Verbots täglich auf der Route unterwegs sein. Die Jarawa werden mit Süßigkeiten und Keksen angelockt, die ihnen aus Autos zugeworfen werden. Sobald sich die Ureinwohner aus dem Busch wagen, werden die Kameras gezückt.

Nackte Frauen wie im Zirkus vorgeführt!!

 

Im Januar dieses Jahres hatte ein Video mit Jarawa-Frauen, die für Touristen tanzen und dafür Lebensmittel erhalten, große Empörung ausgelöst. Der von einem Touristen aufgenommene Film wurde auf der Internetseite der britischen Zeitung “The Observer” veröffentlicht. Die Tanzdarbietung der zum Teil nackten Frauen soll durch Schmiergeld an einen Polizisten ermöglicht worden sein.

Die Organisation Survival International sprach von einem “Menschen-Zoo”, der den Touristen offenbar gefalle. Die Jarawa seien “keine Zirkuspferde, die auf Befehl Kunststücke aufführen”. Die Organisation hatte bereits Monate zuvor mehreren indischen Reiseveranstaltern vorgeworfen, “Menschen-Safaris” zu organisieren.

Gemäß der indischen Gesetzgebung zum Schutz von Ureinwohnern ist es verboten, die Jarawa zu fotografieren oder Kontakt zu ihnen herzustellen. Der Minister für indigene Völker, Kishore Chandra Deo, hatte den Vorfall als widerlich bezeichnet und Maßnahmen angekündigt.

Die Polizei der Andamanen leitete Ermittlungen ein, erklärte aber, es handele sich um ein “wahrscheinlich sechs oder sieben Jahre altes Video”. Damals hätten sich die Jarawas noch unbekleidet gezeigt, heute würden sie in der Öffentlichkeit dagegen bekleidet auftreten.

Auch Deutsche auf Menschen-Safari!

Laut dem Reiseportal gloobi.de kommen die meisten Touristen zwar aus Indien, aber auch Urlauber aus Deutschland seien darunter. Sie buchten die Touren bei lokalen Reiseanbietern auf den Andamanen. Früher hätten auch deutsche Veranstalter die Fahrten durch das Reservat im Programm gehabt. Inzwischen soll das aber nicht mehr der Fall sein.

Die fremden Besucher bedrohen die Existenz der Ureinwohner in mehrfacher Hinsicht, wie Survival International berichtet: Sie schleppen Krankheiten ein, gegen die die Jawara keine Abwehrkräfte besitzen, Wilderer stehlen Tiere, von denen das Volk lebt, und Frauen sollen sexuell ausgebeutet werden.

Quelle: welt.de/