NASA-GRAFIK! Die Erde brennt, nicht nur in Brasilien!

Die Bilder der Brände im Amazonas-Regenwald sind erschreckend. Eine Karte der Nasa zeigt, wie dicht die Feuer aneinanderliegen. Und noch etwas anderes ist zu erkennen: Das größte Feuer weltweit wütet ganz woanders.357

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE nahm die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum seit Januar um 82 Prozent zu.

Insgesamt wurden mehr als 79.000 Brände registriert. Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

Eine grafische Darstellung der Nasa zeigt ebenfalls das Ausmaß: Jeder rote Punkt steht für ein Feuer. Der Regenwald des Amazonas ist übersät davon. Und doch fällt der Blick auf ein anderes Gebiet der Erde: auf Afrika. Weite Teile Zentral- und Ostafrikas sind komplett rot eingefärbt. Einzelne rote Punkte sind nicht mehr auszumachen – das ändert sich erst, wenn man hineinzoomt.

Blick auf Afrika: Im Vergleich zu Brasilien gibt es dort mehr Brände
Blick auf Afrika: Im Vergleich zu Brasilien gibt es dort mehr Brände

Anders als bei Satellitenbildern sind Wetterphänomene bei dieser Darstellung ausgeblendet. „Firms“, also das Fire Information for Resource Management System, ist nah an der Echtzeit und aktualisiert alle drei Stunden die Daten.

In der Amazonas-Region lodern derzeit tausende Waldbrände, vor allem Brasilien ist betroffen
In der Amazonas-Region lodern derzeit Tausende Waldbrände, vor allem Brasilien ist betroffenQuelle: NASA/FIRMS

Die flächendeckenden Brände wüten weitgehend unbemerkt. Anfang des Jahres berichtete die Europäische Weltraumbehörde (Esa), dass es mehr Brände als bis dahin angenommen gebe. Das hat die Mission „Copernicus Sentinel-2“ gezeigt. Die Region südlich der Sahara macht laut globalen Satellitendatenbanken rund 70 Prozent der weltweit verbrannten Fläche aus.

Experten schätzen, dass Brände weltweit für 25 bis 35 Prozent der jährlichen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Schaut man sich Europa auf der Nasa-Karte an, sind die Brände deutlich geringer. Eine Ansammlung einzelner roter Punkte ist im Süden Italiens zu sehen. In der Nähe der sizilianischen Hauptstadt Palermo haben bereits Anfang August Flammen Häuser und Autos zerstört.

In Osteuropa kommt es im Süden der Ukrainevermehrt zu Bränden, weiter südlich im Südwesten und Westen der Türkei. Bereits Mitte August versuchten Feuerwehrleute mit einem Großaufgebot an Personal und schweren Gerätschaften, die Waldbrände einzudämmen. Das berichtet der „Hürriyet“.

Im Irak und in Syrien brennen auffällig viele Getreidefelder
Im Irak und in Syrien brennen auffällig viele GetreidefelderQuelle: NASA/FIRMS

Im Irak ist besonders der Norden und der Süden von Feuer betroffen. Ähnlich wie in Syrien brennen ganze Weizen- und Gerstenfelder ab. Die Flammen haben sie in verkohltes Gestrüpp verwandelt und Anfang Juli sogar Menschen getötet. Damals ging die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte von einem Verlust im Wert von umgerechnet mehr als 300 Millionen Euro aus.

Brennende Felder im Irak
Brennende Felder im Irak (Foto) und in Syrien haben tonnenweise Getreide vernichtetQuelle: pa/dpa/-

Beobachter stehen vor einem Rätsel: Wollen verbleibende Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) Druck auf die Bevölkerung ausüben? Brennt der IS aus Rache die Existenzgrundlage der Menschen nieder? Treiben hier andere Gruppen ihr Unwesen? Oder sind die Brände gar Unfälle, etwa durch weggeworfene Zigarettenstummel in der großen Hitze?

Auch in Sibirien häufen sich rote Punkte auf der Karte. Vor wenigen Tagen erst gaben russische Behörden an, dass sich die Lage stabilisiert habe. Der Leiter der obersten Forstbehörde, Michail Klinow, erklärte die Waldbrandsaison aber noch nicht für beendet. Derzeit lodern demnach noch 140 Brandherde auf einer Fläche von etwa 102.000 Hektar, die von Einsatzkräften gelöscht würden.

Betroffen ist vor allem die für das Weltklima wichtige Taiga

Weitaus größer ist aber die Fläche, auf der die Feuer nicht bekämpft werden, weil sie etwa in abgelegenen Gebieten wüten. Die Behörden sprachen von 840.000 Hektar – deutlich weniger als noch vor Wochen. Betroffen ist vor allem die für das Weltklima wichtige Taiga.

Nach Angaben von Klinow sind in diesem Jahr bereits etwa 8,9 Millionen Hektar Wald abgebrannt – die Fläche ist mehr als doppelt so groß wie Nordrhein-Westfalen.

In Indonesien kommt es immer wieder zu schweren Waldbränden
In Indonesien kommt es immer wieder zu schweren WaldbrändenQuelle: NASA/FIRMS

Auch Indonesien hat mit diversen Brandherden zu kämpfen. Mehr als 6000 Helfer sind wegen der schweren Waldbrände auf den Inseln Sumatra und Borneo im Einsatz.

Ein Foto vom 24. August: Ein Feuerwehrmann sitzt auf einem Baumstamm, in der Hand hält er einen Wasserschlauch
Ein Foto vom 24. August: Ein Feuerwehrmann versucht in Sumatra ein Feuer zu löschenQuelle: pa/NurPhoto/Bagus Kurniawan

In dem viertgrößtem Land der Welt kommt es immer wieder zu schweren Waldbränden, die auch die Luft schwer belasten. Oft sind die Auswirkungen ebenfalls in Nachbarstaaten wie Singapur, Malaysia und Thailand zu spüren.

Buschfeuer im Osten Australiens sind in den heißen Monaten nicht außergewöhnlich. Das Nasa-Bild aber zeigt, wie verbreitet sie auf dem Kontinent sind.

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Die Brände sind besonders im Osten des Landes zu beobachtenQuelle: NASA/FIRMS

Hilfe für das Amazonasgebiet!

Angesichts des Flammeninfernos im Amazonasgebiet haben die großen Industriestaaten rasche Hilfe angeboten. Mit den Ländern der Region in Südamerika werde Kontakt aufgenommen, sagte Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron beim G-7-Gipfel in Biarritz. Es gehe um „technische und finanzielle Mittel“.

Zudem solle es auch Unterstützung bei der Aufforstung geben. Kolumbiens Präsident Ivan Duque gab unterdessen bekannt, einen Naturschutzpakt mit anderen Amazonas-Ländern anzustreben.

Quelle: .welt.de