WILDBIENEN – HOCHBEDROHT UND UNVERZICHTBAR1

Der Lebensraum für Wildbienen und andere Insekten wird knapp. Es fehlt es an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten. In Deutschland nisten viele Wildbienenarten in offenen Bodenstellen oder in unbefestigten Wegen. Andere brauchen wurmstichiges Holz oder leere Schneckenhäuser, um sich darin niederzulassen. Doch wo finden unsere Wildbienenarten noch solche Bedingungen vor? Auch geeignete Blühpflanzen sind knapp, von denen sich die oft sehr spezialisierten Wildbienen ernähren können. Die Betonung liegt dabei auf WILDbienen, denn sie sind gefährdet, nicht die Honigbiene! Sie ist ein Nutztier des Menschen und kann sogar zur Konkurrenz für ihre wilden Verwandten werden.

WARUM SIND WILDBIENEN SO BEDROHT?

In Deutschland leben rund 580 Wildbienenarten. Als Bestäuber sichern sie vor allem im Obst- und Gemüsebau landwirtschaftliche Erträge. Darüber hinaus erhalten sie durch ihre Bestäubungsleistung die Vielfalt an Wildblumen. Schon 52 Prozent unserer heimischen Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste, die letztmalig 2011 für ganz Deutschland erarbeitet wurde! Ursache für den Rückgang der Wildbienen ist der Mensch. In den letzten Jahrzehnten haben sich unsere Landschaften extrem verändert. Neben der Intensivierung der Landwirtschaft führen die zunehmende Bebauung von Flächen (beispielsweise zur Beschaffung von Wohnraum) sowie die Bodenversiegelung (beispielsweise für den Bau von Parkplätzen) zu einem Verlust von wertvollen Lebensräumen. Um sich fortpflanzen zu können, brauchen Wildbienen bestimmte Voraussetzungen, die von Art zu Art sehr verschieden sind.

V I D E O:

Der Lebensraum für Wildbienen schwindet auf dem Land wie in der Stadt. Gründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Wohnbebauung und Bodenversiegelung. Flächen und Vielfalt gehen damit verloren.

SPEZIELLE NAHRUNGSANSPRÜCHE!

Bei der Nahrungssuche sind Wildbienen viel wählerischer als Honigbienen. Viele Wildbienenarten sind auf den Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten angewiesen.

SPEZIELLE NISTPLATZANSRPÜCHE!

KONKURRENZ UM DIE GLEICHEN RESSOURCEN!

DIE HONIGBIENE IST EIN NUTZTIER!

Honigbienen und Wildbienen konkurrieren um die gleichen Ressourcen – Pollen und Nektar! Bei einem ausreichenden Blühangebot ist dies normalerweise auch kein Problem. Jedoch ist der Blütenreichtum vielerorts stark eingeschränkt, so dass die Konkurrenz verstärkt wird. Wenn es um den Schutz der Wildbienen geht, muss den wildlebenden Insekten immer der Vorrang gegeben werden. Die Deutsche Wildtier Stiftung fordert daher:

  1. Honigbienenvölker sollten nur mit einem Abstand von mindestens 3 km zu besonders wertvollen Wildbienenlebensräumen aufgestellt werden (EVERTZ 1993, 1995; STEFAN-DEWENTER UND TSCHARNKTE 2000).
  2. In Naturschutzgebieten und wertvollen Wildbienenlebensräumen sollten grundsätzlich keine Honigbienenvölker aufgestellt werden (EVERTZ 1993, 1995; PYKE UND BALZER 1985; SHAVIT ET AL. 2009GOULSON UND SPARROW 2009).
  3. Zur Entschärfung der Konkurrenz muss das Blühangebot deutlich erhöht werden. Insbesondere mit Blick auf die Agrarlandschaften sind daher gemeinsame Forderungen von Naturschutz und Imkerei zu entwickeln und zu erheben.

Sie möchten mehr über die Konkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen erfahren und wie wir dazu stehen? Lesen Sie unser Positionspapier!

WILDBIENENPROJEKTE IN HAMBURG, MÜNCHEN UND BERLIN!

DETAILBESCHREIBUNGEN DER PROJEKTREGIONEN FINDEN SIE AM ENDE DIESER SEITE

Wir müssen den Wildbienen helfen! Dabei konzentriert sich die Deutsche Wildtier Stiftung vor allem auf die urbanen Räume Deutschlands. So haben wir im Jahr 2015 ein großes Schutzprojekt in Hamburg gestartet. Zusammen mit engagierten Partnern wie dem Airport Hamburg oder dem Friedhof Ohlsdorf schaffen wir gemeinsam Blühflächen und Nistmöglichkeiten. Wir betätigen uns aber auch wissenschaftlich: in Zusammenarbeit mit verschiedenen Projektpartnern, vor allem vom Zoologischen Institut sowie dem Centrum für Naturkunde der Universität Hamburg, erstellen wir derzeit die erste Rote Liste der Wildbienen und Wespen für Hamburg.

Seit 2018 arbeiten wir außerdem eng mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin zusammen. Im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf möchte die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erproben, wie öffentliche Freiflächen wildbienenfreundlicher gestaltet und gepflegt werden können. Das Ziel: Berlin handelt angesichts des dramatischen Rückgangs unserer Insekten!

Auch in der drittgrößten Stadt Deutschlands ist die Deutsche Wildtier Stiftung seit 2018 dank der Unterstützung des Bayerischen Naturschutzfonds aktiv! Zusammen mit unseren Partnern schaffen wir ähnlich dem Hamburger Projekt möglichst strukturreiche Lebensräume!

Unterstützen Sie uns bei unseren Projekten! Werden Sie selbst aktiv! Schon mit wenig Aufwand können Sie Blühflächen für Wildbienen in Ihren Gärten oder auf Ihren Balkonen schaffen! Zu diesem Zweck bieten wir Ihnen Informationen und spezielle Wildpflanzenmischungen an. Wir beraten Sie gerne!

PROJEKTZIELE

DEN RÜCKGANG STOPPEN

Die Deutsche Wildtier Stiftung möchte mit ihren Partnern der alarmierenden Situation etwas entgegensetzen.

WILDBIENEN-LEBENSRÄUME SCHAFFEN

Zusammen mit unseren Projektpartnern schaffen wir innerhalb der Projekte gezielt Lebensräume. Einerseits durch die Förderung des ganzjährigen Blühangebotes und anderseits durch die Bereitstellung geeigneter Nisthabitate. Das kann übrigens jeder tun! Was Sie selbst für Wildbienen tun können, erfahren Sie hier bei uns!

NEUE ERKENNTNISSE GEWINNEN

Wie viele und welche Arten fliegen in Hamburg? Aufschluss soll die erste Rote Liste für Hamburgs Wildbienen geben. Wie lässt sich die städtische Grünpflege für die speziellen Bedürfnisse der Wildbienen optimieren? Und welchen Mehraufwand bedeutet das? Diese und weitere Fragen werden in einem gemeinsamen Projekt zusammen mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in Berlin beantwortet.

DIE ÖFFENTLICHKEIT INFORMIEREN

Wir schaffen bei den Menschen ein Bewusstsein für die Probleme und Gefährdung der Wildbienen. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann bestellen Sie sich einen unserer kostenlosen Ratgeber.

Wildblumenwiese in voller Blüte

WILDBIENENKARTE

Haben Sie bereits einen wildbienenfreundlichen Garten? Tragen Sie Ihre Fläche oder Nisthilfe mit Text und Foto auf unserer Karte ein. Jede Wildbiene auf der Karte markiert den Standort eines Unterstützers. Liegen mehrere Standorte nah bei einander, werden sie zusammen als Gruppe dargestellt. Eine Zahl gibt dann an, wie viele Flächen in der Gruppe liegen. Durch die Zoomfunktion mit dem Plus löst sich die Gruppe in Einzelflächen auf. Mit „Minus“ zoomen Sie wieder heraus.

So markieren Sie Ihre Wildbienenhilfe auf der Karte:

  1. Klicken Sie in der Wildbienenkarte auf den Button: Standort auf Karte setzen.
  2. Bewegen Sie die Karte im Hintergrund und markieren Sie mit Hilfe des Wildbienen-Symbols Ihren Standort. Mit dem Plus-Zeichen können Sie in die Karte reinzoomen.
  3. Drücken Sie auf „Standort speichern” und geben Sie Ihre Daten ein (Foto, Text, E-Mail-Adresse, etc.).

Wir schalten Ihren Beitrag so schnell wie möglich frei. Nach Freischaltung erhalten Sie eine Bestätigungsemail von uns.© Mapbox© OpenStreetMapImprove this map© DigitalGlobeIHRE AKTIVITÄT FÜR DIE WILDBIENEN EINTRAGEN:STANDORT AUF KARTE SETZEN 

UNSERE PROJEKTREGIONEN

BerlinHamburgMünchen

BERLIN

MEHR BIENEN FÜR BERLIN. BERLIN BLÜHT AUF!

Seit 2018 erproben die Deutsche Wildtier Stiftung und die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, zunächst am Beispiel des Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf, Maßnahmen zur Aufwertung öffentlicher Grün- und Freiflächen für bestäubende Insekten. Dabei dienen die Wildbienen als Schirmartengruppe, denn von ihrer Förderung profitieren viele weitere Arten.

PROJEKTSTECKBRIEF

Projektregion: Berlin
Laufzeit: 2018–2022
Städtische Grünpflege optimieren!
Artenreiche Wildblumenwiesen schaffen!
Nistangebote verbessern!

Auch den Berliner Wildbienen soll geholfen werden. An Grünflächen mangelt es in der Hauptstadt an sich nicht. Bevor aus Verkehrsinseln, Parkanlagen und Straßenrändern jedoch wahre Wildbienenparadiese werden, ist noch einiges zu tun.

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Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer Deutsche Wildtier Stiftung, Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt. (Fotos: Stefanie Herbst)
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Manuel Pützstück mit Dr. Christian Schmid-Egger, Artenschutz Deutsche Wildtier Stiftung.
Baumannsche Wiese, Berlin.
Manuel Pützstück, Artenschutz Deutsche Wildtier Stiftung.
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Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer Deutsche Wildtier Stiftung, Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt. (Fotos: Stefanie Herbst)

MEHR BIENEN FÜR BERLIN

Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer Deutsche Wildtier Stiftung, Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, Bezirksstadtrat Oliver Schruoffeneger, Leiter der Abteilung Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt. (Fotos: Stefanie Herbst)

STARK IM WILDBIENENSCHUTZ: DER BERLINER SENAT

Berlin soll insektenfreundlicher werden. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz will die wichtigen Bestäuber fördern und finanziert das gesamte Projekt maßgeblich! Was für Wildbienen gut ist, hilft auch allen anderen Bestäubern. Deshalb orientieren sich die geplanten Maßnahmen an den hohen Ansprüchen der Artgruppe der Wildbienen. Erprobt wird die Umsetzung in Charlottenburg-Wilmersdorf. Hier ist das Grünflächenmanagement Herr über die städtischen Grün- und Freiflächen. In enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Wildtier Stiftung werden dort artenreiche Blumenwiesen angelegt, Wildstauden gefördert und Altbäume und Totholz gesichert. So wird die Nahrungsverfügbarkeit für Wildbienen gesichert und natürliche Nistmöglichkeiten geschaffen. Große Nisthilfen informieren die Öffentlichkeit über das Projekt. So kann Jede und Jeder das Leben der Wildbienen hautnah miterleben.

Quelle:
https://www.deutschewildtierstiftung.de