Der Moment, in dem Katie Bouman merkt, dass ihr Algorithmus zum Schwarzen Loch stimmt!

Erstmals können Forscher ein Bild von einem Schwarzen Loch zeigen. Eine wissenschaftliche Sensation – die ohne eine 29 Jahre alte Informatikerin nicht möglich gewesen wäre.

Das Schwarze Loch hat sie über Nacht berühmt gemacht: Die 29 Jahre alte amerikanische Informatikerin Katie Bouman hat einen entscheidenden Beitrag dazu geleistet, dass Forschern rund um die Welt die erste Aufnahme eines dieser Objekte im All gelungen ist. Sie entwickelte den Computer-Algorithmus, der die Zusammensetzung des Bildes aus Daten riesiger Radioteleskope ermöglichte.

„Ich bin so aufgeregt, dass wir endlich zeigen können, woran wir das vergangene Jahr gearbeitet haben“, jubelte Bouman am Mittwoch auf ihrer Seite im Onlinenetzwerk Facebook, nachdem die sensationelle Aufnahme veröffentlicht worden war.

epa07496265 An undated handout photo made available by Event Horizon Telescope Collaboration on 10 April 2019 showing a bright ring formed as light bends in the intense gravity around a black hole that is 6.5 billion times more massive than the Sun. Scientists have obtained the first image of a black hole, using Event Horizon Telescope observations of the center of the galaxy M87. This long-sought image provides the strongest evidence to date for the existence of supermassive black holes and opens a new window onto the study of black holes, their event horizons, and gravity.  EPA/EVENT HORIZON TELESCOPE COLLABORATION / HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

„Der glücklichste Moment, den ich je hatte“

Die Forscherin am Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics im Bundesstaat Massachusetts hatte 2016 den Algorithmus mit dem Namen „Chirp“ entwickelt. Er ermöglichte es, die gigantischen Datenmengen des weltumspannenden Radioteleskopnetzwerks Event Horizon zu durchforsten und daraus ein Bild zu schaffen.

Die Daten hatten das Volumen von vier Petabyte. Das sind vier Billiarden Byte – eine Zahl mit 15 Nullen. Gespeichert waren die Daten auf einem wahren Berg von Festplatten mit einem Gewicht von mehreren hundert Kilo. Die Festplatten mussten für ihre Sichtung physisch zum Haystack-Observatorium in Westford in Massachusetts gebracht werden. Um die Genauigkeit des mittels „Chirp“ erstellten Bildes sicherzustellen, ließ das Astrophysik-Zentrum den Algorithmus von vier getrennten Teams auf die Daten anwenden. Nach einmonatiger Arbeit präsentierten die Gruppen dann Aufnahmen, die sich sehr ähnelten.

„Das war für mich der glücklichste Moment, den ich je hatte“, sagte Bouman dem „Wall Street Journal“. Es sei faszinierend gewesen, dass alle Teams ein sehr ähnliches Bild von dem Schwarzen Loch gewonnen hätten. Die junge Wissenschaftlerin hob hervor, dass die Erstellung des Bildes das Ergebnis von Teamarbeit gewesen sei. Es habe dazu des „unglaublichen Talents eines Teams von Wissenschaftlern von rund um den Globus“ bedurft. Bouman ist als Postdoktorandin an dem Astrophysik-Zentrum an der amerikanischen Ostküste tätig. Im Herbst wird sie als Assistenzprofessorin an das California Institute of Technology (Cal Tech) in Pasadena wechseln.

Liebe ist nicht das was man erwartet zu bekommen, sondern das was man bereit ist zu geben.

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