Experten klären auf. Darum sollten Sie keine Tiere zu Weihnachten verschenken

Ob Hamster, Kätzchen oder Hund: Zu Weihnachten wünschen sich viele Kinder ein Haustier zum Kuscheln und Herumtollen. Doch ein Tier ist kein Geschenk. Darauf haben inzwischen auch Tierheime reagiert – mit einem Vermittlungsstopp. 

Eltern fällt es oft schwer, die Erwartungen ihrer Kinder zu enttäuschen. Deshalb geben sie oft nach und das gewünschte Haustier wird doch an Weihnachten verschenkt. Aber die Gefahr ist groß, dass Kinder schon nach wenigen Wochen das Interesse an den neuen Gefährten verlieren oder den neuen Besitzern die Aufgabe über den Kopf wächst. Tierschützer sagen deshalb ganz klar: Ein Tier ist kein Weihnachtsgeschenk.

Warum vermitteln viele Tierheime kurz vor Weihnachten keine Tiere?

Viele große Tierheime in Deutschland verzichten in der Zeit vor und nach Weihnachten auf die Vermittlung von Hunden, Katzen oder Kaninchen. Vom 19. bis 27. Dezember würden keine Tiere abgegeben, sagte eine Sprecherin des Berliner Tierheims. “Es geht darum, Impulsgeschenke zu verhindern.” Damit meint sie Geschenke, die unüberlegt und ohne Rücksprache mit der Familie ausgesucht wurden.

Der Vermittlungsstopp zeigte schon in den Vorjahren Erfolge: In Bremen landeten nach den Feiertagen deutlich weniger ungewollte Kaninchen, Hamster oder Wellensittiche im Heim. “Früher konnte man Heiligabend losfahren und die ausgesetzten Tiere einsammeln”, sagte Sprecherin Gabriele Schwab. 

Hat sich die Familie allerdings bewusst für den neuen Mitbewohner entschieden, kann sie sich natürlich im Tierheim beraten lassen. Doch auch hier gilt: Trubel und Hektik erschweren dem Tier die Eingewöhnung im neuen Zuhause. Darum sollte das Haustier erst nach den Feiertagen einziehen. Auch für die Auswahl im Tierheim sollte die Familie viel Zeit mitbringen. In der Regel lohnt sich ein Gespräch mit dem Tierpfleger, denn der kennt seinen Schützling genau. 

Ist ein Tier als Weihnachtsgeschenk überhaupt sinnvoll?

Experten raten von solchen Überraschungsgeschenken ab. “Wenn man merkt, dass Tier und neuer Besitzer doch nicht so gut harmonieren, dass das Tier mehr Geld kostet oder mehr Arbeit macht, als gedacht, kann man es nicht einfach wieder umtauschen wie einen Pullover oder ein Spielzeug”, warnt Andrea Furler-Mihali vom Deutschen Tierschutzbund.

Die erste große Begeisterung verfliege oft schnell, und die Tiere landeten häufig im Tierheim – wegen spontaner Urlaubspläne oder unerwarteter Kosten und Anforderungen. “Alle Jahre wieder werden nach Weihnachten unzählige Tiere in den ohnehin schon überfüllten Tierheimen abgegeben”, kritisiert auch die Tierschutzorganisation Peta. Im schlimmsten Fall werden sie ausgesetzt.

Was raten Tierschützer?

Ein Tier sollte nicht spontan angeschafft werden, sondern erst wenn sich alle Familienmitglieder darüber informiert haben und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Vor allem sollte vorher geklärt werden, wer sich um das Tier kümmert. Denn ein Haustier ist nicht nur kurzzeitig Gast, sondern bleibt viele Jahre. Oft merken zum Beispiel Eltern erst zu spät, dass ein Großteil der Versorgung – das Füttern, Säubern des Geheges oder das Gassigehen – an ihnen hängen bleibt.

Was sollte noch bedacht werden? 

Neben der Nahrung werden auch regelmäßigen Tierarztbesuche für Impfungen und Routinekontrollen teuer. Wird das Tier ernsthaft krank, muss es auf eigene Kosten behandelt werden. Außerdem bleibt kein Tier so klein und niedlich wie am Anfang. So wird aus einem niedlichen Kätzchen vielleicht eine eigensinnige Diva, die Möbel zerkratzt. Ein Hund kann Dinge zerkauen und kommt nicht unbedingt mit Kindern klar. Auch Kleintieren sind nicht jedermanns Sache: Meerschweine, Kaninchen oder Mäuse riechen zum Beispiel streng.

Wohin mit dem Tier in der Urlaubs- oder Ferienzeit? 

Bevor ein Haustier in die Familie einzieht, sollte auch geklärt werden, wer es in der Urlaubs- und Ferienzeit pflegt. Das können die Großeltern oder Freunde sein, aber auch Tierpensionen oder Nachbarn. Wichtig ist, dass den Tieren ihre gewohnten Schlafbehälter und Spielzeuge mitgegeben werden.

Verwendete Quellen:

  • Nachrichtenagenturen dpa, AFP
  • Tierheime Berlin, Bremen, Braunschweig, Hannover
  • Deutscher Tierschutzverband (Niedersachsen)
  • t-online